
Stille
Stille geht der Tag zur Neige,
stille ruht der Abendschein.
Stille geh’n wir miteinander
in die stille Nacht hinein.Stille wird es rings auf Erden,
stille wird es auch in mir.
Stille wird’s in meiner Seele.
Denn ich ruhe still bei dir.Stille, Stille, alles stille.
Olaf Böhme – Die Tage die Nächte die Jahre – Gedichte 1980-2003
Still bist du und still bin ich.
Stille ist. Es ist so stille.
Wir sind still. Ich liebe dich.
Olaf Böhme hat viele Spuren hinterlassen – und jede Spur ist eine Erinnerung. Manch einer kannte ihn vielleicht persönlich, ein anderer wiederum erlebte ihn auf der Bühne. Immer aber hinterließ er Eindrücke und Erinnerungen. Diese Momente miteinander zu teilen und zu bewahren… Dafür ist hier Gelegenheit. Und wer weiß… Vielleicht wird ja sogar einmal ein Buch daraus?
Woran erinnern Sie sich am liebsten?
Ich habe Olaf Böhme ca 2003/ 2004 gesehen und ich war mehr als begeistert. Sein Humor, sein Charme und sein Aussehen zogen mich sofort in seinen Bann, im Nachhinein betrachtet, war ich wohl sogar ein bissel verliebt. Zu dieser Zeit hatten wir noch Internet daheim, auch keine Email Adresse. Aber er hatte eine, ich glaube fand sie auf einem Flyer von Avitrea oder war dies schon eine Homepage, ich weiß es nicht mehr. Jedenfalls hatte ich seine Email Adresse und auf diesem Wege wollte ich ihn kontaktieren. Damals konnte man in der Bibliothek kostenlos ins Intenet. Das war zeitlich knapp begrenzt( ca 30 Min)und mit Wartezeiten sowie mit Abstürzen des PCs verbunden. Mit heute nicht zu vergleichen. Unter diesen Umständen habe ich mehrere Stunden ( ich habe mich abwechselnd mit einer Freundin eingeloggt) damit verbracht mir eine Email Adresse anzulegen und ihm eine Mail zu schreiben. Den Wortlaut weiß ich leider nicht mehr aber er hat mir geantwortet. Da ich damals noch keine Handy oder Festnetztelefonie besaß, gab ich ihm Festnetznummer meiner Mutter . Dort meldete er sich auch ( wahrscheinlich haben wir uns eine Zeit ausgemacht, da ich nicht mehr dort gewohnt habe) und wir verabredeten uns um Essen zu gehen. Er holte mich ab und wir fuhren zum Alberthafen . Er hatte einen Tisch reservier und lud mich ein. Aber ich war so aufgeregt, so dass ich kaum ein Wort geredet habe. Dafür trank ich mehrere Gläser Wasser woraufhin ich ständig zur Toilette gehen musste. Es war so unangenehm weil ich mich so doof verhalten habe. Als er mich heimfuhr, sagte er mir dann , dass ich mich noch nicht selbst gefunden hätte und dies auf jeden Fall tun solle. An einem Wiedersehen war er natürlich nicht interessiert. Nach diesem Abend habe ich mich immer versteckt wenn wir bei seinen Auftritten waren. Das war eigentlich eine lustige Geschichte, damals war ich aber schon etwas traurig und erst viele Jahre später habe ich seine Worte verstanden…Ich denke oft an ihn und meine Familie und ich bedauern es sehr, ihn nicht mehr sehen zu können. Wenn wir uns Videos seiner Auftritte anschauen, stellen wir jedes Mal fest, dass es niemanden Vergleichbaren gibt, keiner bringt uns auf so eine intelligente und authentische Art zum Lachen wie er.