Olaf Böhme in Gedenken an den Dresdner Kabarettisten und Schauspieler Olaf Böhme (1953 – 2019)
in Gedenken an den Dresdner Kabarettisten und Schauspieler Olaf Böhme (1953 – 2019)

Erinnerungen

Olaf Böhme im Sommer 1990 in Basel
Olaf Böhme im Sommer 1990 in Basel / Foto: Privatarchiv

Stille

Stille geht der Tag zur Neige,
stille ruht der Abendschein.
Stille geh’n wir miteinander
in die stille Nacht hinein.

Stille wird es rings auf Erden,
stille wird es auch in mir.
Stille wird’s in meiner Seele.
Denn ich ruhe still bei dir.

Stille, Stille, alles stille.
Still bist du und still bin ich.
Stille ist. Es ist so stille.
Wir sind still. Ich liebe dich.

Olaf Böhme – Die Tage die Nächte die Jahre – Gedichte 1980-2003

Olaf Böhme hat viele Spuren hinterlassen – und jede Spur ist eine Erinnerung. Manch einer kannte ihn vielleicht persönlich, ein anderer wiederum erlebte ihn auf der Bühne. Immer aber hinterließ er Eindrücke und Erinnerungen. Diese Momente miteinander zu teilen und zu bewahren… Dafür ist hier Gelegenheit. Und wer weiß… Vielleicht wird ja sogar einmal ein Buch daraus?

Woran erinnern Sie sich am liebsten?

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32 Einträge
Renate Dahlin schrieb am 26. Mai 2021
Erinnerungen an meinen Cousin

Das letzte Mal sah ich ihn in 2004 bei meinem Deutschlandbesuch in Karlsruhe, und einer Fahrt nach Dresden. Wir verbrachten einen schönen Nachmittag zusammen. Er zeigte mir sein Heim, ganz auch mein Geschmack, in der Natur.
Auch spielte er ein Video ab für mich, das er noch nicht edited, vom betrunkenen Sachsen. Auch seine gemalten Bilder in seinem Atelier
bekam ich zu sehen, die er sonst nicht zeigen wollte.

Er war eine sehr zurückhaltende Person, seelisch gesehen. Auch sein Atelier war typisch. In einem alten Heuschober, wo er nur die Balken liess als Decke, keine volle Decke. Und dort oben verbrachte er viel Zeit, seine Stücke zu schreiben.
Sein Malen tat er im Raum selbst, und er liebte das alte Gebäude, weil es das richtige Licht zum Malen hatte.

Dies war das 3. Mal, dass ich ihn sah. Als Baby, als man noch Genehmigung benötigte nach der Ostzone zu fahren. Damals lebte ich noch in Karlsruhe.
Das nächste Mal mit meinen Söhnen und meiner Mutter - seine Tante - ca. 1968.
Bei dem letzten Besuch gingen wir auch mit ihm zum Grab seiner Eltern.

Wir hatten danach Kontakt via e-mail. Er schickte mir auch ein fertiges CD seines Betrunkenen Sachsens.
Über die Zeit machte ich mir Gedanken über ihn, weil er von seiner Krankheit kurz einmal schrieb. Meine Sorge war, dass er alleine - ohne Familie - war im Notfalle. Aber er nahm es mehr auf die leichte Seite. Sagte auch, er hätte Bekannte die ihm helfen würden.
Einmal sagte er auch er täte noch seine eigenen Einkäufe. Aber dem Ende zu erwähnte er, dass er sich nicht mehr gut fühle.

Es gab mir ein Gefühl der Hilflosigkeit, nicht helfen zu können von der US zu ihm. Was ich ihn bat, war, dass er sich an Herrgott wende. Er antwortet, dass er schon so etwas tun würde.
Als ich von seinem Tod hörte, war ich dankbar, dass er von langen und hilflosen Leiden verschont wurde.

Laut der Artikel über ihn, erschien es, als hätte er keine Familie mehr gehabt. Aber es war noch eine Cousine von Frankfurt da, die ihn aufsuchte bei ihrem Besuch in Dresden. Allerdings schriftlich, d.h. per E-Mail, war ich die einzige, die in Verbindung stand. Schreiben liegt nicht sehr bei vielen.

Seine Mutter war übrigens ein ausgezeichneter Briefschreiber und konnte Gedichtchen auf Anhieb schreiben. Ebenso hatte sie spielerische Talente und einen grossen Humorsinn. Ich liebte ihre “Vorführungen“ für mich als ich noch klein war und sie besuchte. Das letzte Mal während des Krieges in 1945. Somit war ich nicht überrascht über Olaf‘s Talente.

Meine Söhne später waren beeindruckt von seiner Mathematik Begabung, sie ebenfalls Mathematik liebten. Natürlich die Probleme die Olaf ihnen gab, viel älter als meine Söhne, liessen sie stumm.

Renate Dahlin
Raeford, NC
USA
Tilo Schiemenz schrieb am 3. Mai 2021
Ich habe Olaf Böhme sehr früh schon in einer Aufführung des "Spielbrett" gesehen: Was für eine Hingabe ans Leben, ans Publikum, ans Spiel. Ich war noch Student - und ich habe mir sofort gesagt: So will ich sein. So will ich leben. Wie dieser da und nichts anderes! Heute erst weiß ich, wie sehr ich ihn liebe. Wie viel er mir, in diesen wenigen Begenungen, gegeben hat. Er ist nicht einfach "der betrunkene Sachse" - er verkörpert für mich das Sachsen, in dem ich mich beheimatet fühle.
S. Herzog schrieb am 27. April 2021
Lieber Olaf Böhme,
die Gedanken an Sie bleiben. Und diese Zeilen passen zwar nicht so richtig in die Jahreszeit, aber die Weihnachtsgeschichte von den Pfilzlpfalzls ist momentan, wie ich finde, aktueller denn je. Lasst uns wie die Pfilzlpfalzls ein bisschen lächeln, in dieser so schwierigen Zeit. Auch wenn das Lächeln leider nicht sichtbar ist, wegen der Maske.
In Erinnerung aller Pfilzlpfalzls (is ne gudde Geschichte)
Britta Walter schrieb am 23. April 2021
Ein dickes Dankeschön an Sie, Herr Kaufmann, für ihre Initiative und diese Möglichkeit für uns!

Ich weiß gar nicht so recht, wo ich anfangen soll mit unseren Erinnerungen. Soweit ich mich recht entsinne, war es mein Mann, der mir erzählt hatte, dass er spät in der Nacht eine Sendung im Fernsehen sah, in der plötzlich ein Betrunkener mitten hineinplatzte und mein Mann anfangs völlig verblüfft war, dass man das nicht herausgeschnitten hatte. Es brauchte schon eine Weile, um festzustellen, dass auch DAS Programm war. So begann unsere Zeit mit Olaf Böhme – hauptsächlich in der Komödie Dresden oder hier bei uns im Theater Meißen und hauptsächlich als „Betrunkener Sachse“. Wir können uns nicht erinnern, dass es jemals einen freien Platz im Theater gab, wenn er auftrat. Die meisten Lachtränen flossen in Meißen, als wir mangels zusammenhängender Plätze mit meinen Kolleginnen total versprengt im Zuschauerraum saßen und Olaf Böhme uns „Das Rätsel“ erklärte. Arbeiteten wir doch alle zu dieser Zeit in einem Steuerbüro und hielten es nicht für möglich, wie man die Steuerformulare derart zelebrieren konnte. Einfach umwerfend! Wir hatten so einen Spaß, dass die Wimperntusche verlief, es zu Hustenanfällen kam und wir uns immer wieder gegenseitig mit Blicken suchen mussten. Es braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, wie unsere Kommunikation von da an im Büro verlief. Schließlich hatten wir genügend „Stpfl“ in der Mandantschaft und waren auch selbst welche. Egal ob die (Bett)Bezüge der Kinder, die momentan noch nicht vorliegende Abrechnung der Ölflotte oder die „gewisse Unsicherheit“, die bei der Erstellung der Steuererklärung mitgewirkt hat, all das gehörte nun zu unserem Sprachschatz im Büro und half uns mit einem Schmunzeln über manche Klippen, auch wenn wir meist nicht „verbal antworten“ durften.
Allzu gut ist uns das Zwingertrio in Erinnerung, dass während seines „Zwingerlottos“ derart kämpfen musste, um nicht lachen zu müssen, weil Olaf Böhme „de Muddi“ als Sonderausgabe absetzen wollte und nicht wusste wie. Dort gab er dann auch noch einen hervorragenden „Durchläufer“ ab.

Apropos Sprachschatz: Olaf Böhme ist schuld, dass einige seiner Ausführungen sich fest in unserem Wortschatz verankert haben, damit zum Alltag gehören und durchaus auch schon Verwirrung stifteten. Wir werden nie vergessen, als uns ein Freund nach der Gesellschaftsform eines Theaters fragte und ich ihm wohl wissend erklärte, dass dies ein ungemeinnützlicher Verein sei! Als ich so meinen Worten nachhörte und in das Gesicht unseres Freundes mit den vielen Fragezeichen sah, war alles klar. So machten wir dann gleich noch eine GmbH k.o. und hatten viel Spaß dabei!
Olaf, was haben Sie nur angerichtet!? Vergiss die „Chipskarte“ nicht heißt es, wenn einer von uns zum Arzt muss. Dieser Patienten-Abend mit Kiesel Köhler, den wir mit meiner Kollegin und Freundin besuchten, hatte zur Folge, dass eben diese meine Freundin mit Nachnamen Köhler, von da an auch auf den Vornamen Kiesel hören musste oder auf Griseldis, wobei es bei letzterem Namen auf die so herrlich komische Betonung ankam. Bis heute kann ich nicht unseren Kater rufen: „Paul!?“, ohne den Nachsatz im Kopf zu haben „Bist du im Raume?“ Wir sind auch nicht verkabelt, sondern „verkapselt“ und wenn wir etwas durcheinanderbringen, dann haben wir es eben „vermixt“. Passt etwas nicht zusammen, muss aber, dann ist es eine „Vereinbarung“. Wie erklärt man am besten den Herbst? „Blatt ab!“ Fertig. Je älter wir werden, umso mehr „Merkdosen“ brauchen wir. So könnte das hier noch ewig weitergehen ….
Nicht nur seine Worte und Formulierungen machten ihn so einzigartig, sondern auch seine Mimik und Gestik. Diese Minuten, in denen er überhaupt nichts sagte, sondern ´nur´ ins Publikum sah – seine Augen sprachen Bände und brachten uns zum Schmunzeln. Diese wachen und fröhlichen Augen! Seine Handbewegungen! Allein, wie er die Formulare des „Rätsels“ ehrfürchtig-bedächtig zusammenklappt – so etwas kann man nicht vergessen.

Olaf Böhmes Vorstellungen gingen meist länger als andere, er hatte es nie eilig und nahm sich immer Zeit für sein Publikum. Hier am Theater Meißen bildete sich stets nach Vorstellungsende eine Traube an der Bühne, wo Olaf Böhme seine Bücher oder CDs verkaufte, mit dem Publikum plauderte und noch so manchen Lacher provozierte. Viele fröhliche Stunden haben wir bei und mit ihm verbringen dürfen.

Es ist so traurig, dass er die Bühne des Lebens derart früh verlassen musste. Olaf Böhme, Sie fehlen uns und sind doch immer bei uns. DANKE …
Mario Thiel schrieb am 16. April 2021
Auch von mir vorab ein Dank an Herrn Kaufmann für die Idee und Umsetzung dieser Seite!
Olaf ist für meinen künstlerischen Werdegang sehr wichtig, man könnte sagen, er trägt maßgeblich Schuld daran, dass ich mich auf Bühnen rumtreibe. Dafür werde ich ihm immer dankbar sein! Was übrigens nicht bedeuten muss, dass es dem Publikum auch so geht... Jedenfalls gab ich ihm Anfang der Neunnziger ein paar Texte von mir zum Lesen, mit dem Hinweis, dass er die auch gern spielen könne. Da hatte ich durchaus einen Gag gelandet, wenn auch ungewollt. Jedenfalls hat sich Olaf köstlich amüsiert. Auch wenn es eine klare Abfahrt war, hatte es nichts Arrogantes und dann kam der Satz, der alles verändern sollte: "Warum liest'n das Zeug ni selber?" Das tat ich, natürlich im Theater50, in der legendären FKK-Party, damals noch Zetkin-Strasse in Löbtau, und hatte das Glück, dass das Publikum mich positiv annahm. Ich hatte quasi Theaterblut geleckt! Danach war ich noch ganz oft Gast der FKK-Party und was mir für immer in Erinnerung bleiben wird, ist, wie Olaf an der Seite stand oder saß und grinste, wenn ich las. Danke Olaf, ich weiß nicht, ob das an meinen Texten lag, aber es tat gut! Heute mache ich mit Thomas Böttcher auch eine Talente-Show und nicht zufällig ähnelt die in ihrer Machart der FKK-Party. Ich könnte mir vorstellen, dass Olaf die manchmal heimlich guckt und grinst. Schon dafür hätte es sich gelohnt! Olaf, danke für so Vieles!
Klaus Kadner schrieb am 12. April 2021
Vielen Dank an Herrn Kaufmann, dass er die Erinnerung an Olaf ins Leben gerufen hat.
Unsere Erinnerungen – vor 26 Jahren – 1995.

Olaf moderierte in seinem Theater 50 immer die Kleinkunst-FKK Party und wir besuchten sie gern.

Ich hatte mich als Zauberer beworben aufzutreten. Am 28.04.1995 war ich als Magier „Magic Klaus“ dabei und konnte mein 30-Minuten-Programm zum Mitmachen und Anfassen mit großem Erfolg aufführen. Es gab viel Applaus und meine liebe Frau hat den Auftritt gefilmt, alles heute noch auf DVD.

Bei Olaf war es immer eine Freude zuzuschauen und zu lachen.
Leider verstarb er viel zu früh. Er fehlt heute in der Unterhaltungsbranche.
Ich bin immer noch aktiv unter www.magic-klaus.de zu sehen.
Romy und Falk Habenicht, Dresden schrieb am 25. März 2021
Vielen Dank an Herrn Kaufmann für die geschaffene Möglichkeit, uns an Olaf Böhme erinnern zu können.

Er war ein außergewöhnlicher Künstler mit vielseitigen komödiantischen und schauspielerischen Seiten. Wir haben ihn auf unzähligen Veranstaltungen begleitet; angefangen im Theater 50 (späterer Name bebe), über den Club Passage, im Theaterhaus Rudi (hier legendär die „Pichmann’schen Gedichte"), in der Comödie, diversen Open-Air-Veranstaltungen und seine grandiosen „Mathematikvorlesungen“ an der TU Dresden.
Wir haben uns immer sehr amüsiert, er hat mit seinen abwechslungsreichen Programmen unseren Humor getroffen.

Pichmann’s Gedichte sind in der Hörfassung im Auto immer mit dabei und zaubern bei passender Gelegenheit ein Lächeln ins Gesicht. Ein „Running-Gag“ ist bei uns, aus einem Auftritt im Club Passage: „Ratatatat, böse Fee, kann man ja nicht wissen!“ 😉
Arend Flemming schrieb am 24. März 2021
Olaf war ein genialer Mathematiker und liebte doch die Kunst mehr als die Mathematik.
Wir hatten viele intensive Gespräche über Beruf und Berufung, da auch ich während der Wendezeit als Informatiker in der Kulturszene (in der Bibliothek) "gelandet" war.

Besonders schön waren die gemeinsamen Stunden beim Volleyball an der TU Dresden mit anschließender Sauna ... Sauna mit Olaf war ein Hochgenuss ...

In den Folgejahren konnten wir ihn sehr oft in der Bibo begrüßen, immer zum großen Vergnügen aller Besucherinnen und Besucher.
Noch vor einigen Jahren durften wir noch mit ihm über die Gestaltung seiner Scholle in Klipphausen fachsimpeln.
Sein Tod vor 2 Jahren hat mich sehr traurig gestimmt.
Olaf fehlt mir sehr und er fehlt im Moment enorm als optimistischer Kerl in der Kulturszene in Dresden und Sachsen.
Ulrike Kunze schrieb am 23. März 2021
Von 1972-1976 studierte ich an der TU Dresden Sektion 10.
Zu dieser Zeit war Sport an der TU ein Pflichtfach. Ab dem dritten Studienjahr konnten wir dann eine sportliche Richtung auswählen.
Und so traf ich Olaf Böhme zum ersten Mal beim Schwimmunterricht im Sachsenbad.

Er galt als das "Superhirn" in der Sektion Mathematik und bekam das höchste Leistungsstipendium, was es damals gab. Da ich in einem mathematischen Fach nicht durchsah und nur noch einmal wiederholen durfte, wollte ich ihn eigentlich mal ansprechen, ob er mir mal Nachhilfe geben würde. Vor lauter Ehrfurcht habe ich mich aber nicht getraut. Zum Glück hat sein Kommilitone mir geholfen, so dass ich im Ergebnis weiter studieren durfte.

Als ich den "Betrunkenen Sachsen" zum ersten Mal im Fernsehen sah, war ich wirklich überrascht. Ja, Einstein hatte ja auch seine musische Seite.
Jürgen Weiß schrieb am 22. März 2021
Allem voran möchte ich Ihnen, Herr Kaufmann, für die geschaffene Möglichkeit, uns an Olaf Böhme erinnern zu können, herzlich danken.

Das erste Mal, daß ich Olaf erleben durfte, war im Rahmen eines Belegschaftsfestes meines damaligen Arbeitgebers in den 90-iger Jahren. Es war eine Art "Hoffest". Und plötzlich kommt da ein Betrunkener auf das Gelände und stört den regulären Ablauf der Festivität. Die wenigsten Anwesenden konnten wissen, daß der "Künstler" offiziell engagiert war. Natürlich gelang es Olaf dann, uns als "Betrunkener Sachse" zu belustigen.

In der Folgezeit konnte ich ihn bei diversen Auftritten, z.B. auch einer Vorlesung im TU-Hörsaal, genießen.
So fand auch die DVD "Böhme Best of " irgendwann seinen Weg in mein Wohnzimmerregal.

Meine letzte persönliche Begegnung mit Olaf hatte ich (vermutlich) 2016. Wir waren beide, zufällig nebeneinanderstehend, unter den Zuschauern zur Eröffnung des Elbhangfestes an der Loschwitzer Kirche. Wir kamen über ein Kuchenpaket, das Olaf in den Händen hielt, in ein lustiges, "olafspezifisches" Gespräch. Das habe ich nie vergessen.
Sein Vermächtnis hat mich sehr berührt.
Ulf schrieb am 22. März 2021
Ich habe eine schöne Erinnerung an die Anfangszeit des Theater 50 auf der Maternistr.:

Damals kannte ich Olaf Böhme noch gar nicht. Mein Bruder meinte, wir könnten ihn uns ja mal ansehen. Und da ich der "kleine" Bruder bin, sollte ich Karten besorgen.
Damals war noch nix mit Online- Tickets, Ich bin also persönlich hingefahren.
Ein freundlicher Herr mit verschmitztem Lächeln verkaufte mir die Karten und wünschte "Viel Spass bei Olaf Böhme".
Der "AHA- Effekt" kam dann am Abend der Veranstaltung, als es losging und der freundliche Herr vom Kartenverkauf auf die Bühne kam, es war natürlich Olaf!
Es war ein unvergesslicher Abend mit einem unvergessenen Olaf Böhme!
Heidi schrieb am 21. März 2021
.....heute habe ich mal wieder in meinem DVD-Regal gestöbert. Dabei fiel mir zufällig eine DVD von Olaf Böhme in die Hände ( !!! der betrunkene Sachse-Treffpunkt Kronentor !!! 🙂

Spontan sah ich die mir mit meiner "Muddi" an. Dazu haben wir einen Cappuccino getrunken. Hm lecker! Naja, wir konnten jedenfalls in Erinnerungen schwelgen, auch unsere schöne Stadt Dresden war so gut im Film dargestellt das wir froh sind waschechte Dräsdner zu sein. Vor allem so unbeschwert in Dresden rumzulaufen, z.B. in die Kunsthofpassage, die Dresdner Pfunds Molkerei oder aber auch mal mit der Schwebebahn zu fahren waren tolle Erinnerungen.

Mit Olaf war ein Bummel durch DRÄSDN übrigens sehr empfehlenswert und sehenswert (DVD TREFFPUNKT KRONENTOR) und mal abschalten "von allem".... wir vermissen die Kunst- und Kulturszene etc.
Liebe Grüße
Bettina, Kuppelhalle Tharandt schrieb am 21. März 2021
Olaf Böhme war Schirmherr unseres Hauses Kuppelhalle Tharandt – nicht nur auf dem Papier sondern mit Herz und Seele.
Viele Jahre erfreuten wir uns gemeinsam mit einem erlesenen Publikum an den traditionell jährlichen Gastspielen in unserem Haus. Wir haben ihn stets als tiefgründig sinnierenden Menschen mit viel Herz und Menschlichkeit erlebt.

Seine Stücke waren herzerfrischend, zum „Brüllen“ komisch und doch sehr tiefsinnig.
Privat erlebten wir ihn als Mensch ohne jede Starallüren, interessiert an den Menschen, über und für die er seine Stücke schrieb.

Die Einladung zu unserem 25. Haus-Jubiläum war bereits an ihn geschrieben, als uns die traurige Nachricht seines Ablebens im März 2019 erreichte. Fast genau zwei Jahre ist es her und noch immer sind wir in Trauer einen brillanten Künstler, einen engagierten Schirmherren unseres Hauses und einen guten Freund verloren zu haben.

„Olaf, sollte es ein Leben nach dem Tod geben, die verpasste Feier holen wir nach, ganz sicher. Wir danken ganz herzlich für die schönen Stunden, die Du uns geschenkt hast und werden Dich nicht vergessen.“

Auch dem Ersteller dieser wunderbaren Homepage, Herrn Thomas Kaufmann, ein herzliches Dankeschön.

Bettina – im Namen seiner Kuppelhallen Freunde
Karina schrieb am 21. März 2021
Olaf Böhme war ein nahbarer Künstler, ohne jegliche Starallüren. Ein Sachse wie Du und ich...
Für mich war er ein Star. Ich habe ihn in vielfältigen Aufführungen erlebt. Z.B. auf dem Konzertplatz Weißer Hirsch, als er u.a. über seinen Garten sinnierte, der so klein war, dass er selbst rausgehen muss, wenn Besuch kommt. Oder im Trocadero-Zelt von Sarrasani. Da saß er mit einer Angel auf der Bühne und sagte erstmal nur wenig. Ich kam ziemlich knapp zur Vorstellung, auf den Stühlen lag Werbung von Sarrasani und alle anderen Zuschauer in der ersten Reihe hatten diese Zettel auf meinen Stuhl gelegt. Ich nahm den Stapel und legte in auf den Rand der Bühne. Als Olaf Böhme auf die Bühne kam, kam er zu mir und sagte, ich solle das Papier dort wegnehmen, er hat gern einen sauberen Arbeitsplatz und zwinkerte mir zu.

Und dann war ich bei seiner letzten Vorstellung im Boulevardtheater. Der Intendant kam vorher auf die Bühne und sagte, wenn es Olaf Böhme wieder schlechter ginge, müsste die Vorstellung abgebrochen werden. Aber er war gut drauf, saß in einem Sessel und ließ sich Stichworte seiner ganzen Programme aus dem Saal zurufen und er erzählte dann nochmal was dazu. Er stand auch auf und lief auf der Bühne rum. Die Vorstellung musste nicht abgebrochen werden. Vielen, Vielen Dank für diese letzte Vorstellung!!!

Als Trost schaue ich mir ab und zu meine DVD "Treffpunkt Kronentor" an. Da ist ein Fehler drin und ich schrieb damals eine Mail an ihn und wies ihn darauf hin. Er antwortete mir persönlich, dass der Fehler leider zu spät bemerkt wurde. Er war ein unvergesslicher Mensch!!!
Annett schrieb am 21. März 2021
Ich habe wenige Stücke von Olaf Böhme verpasst. Er war einfach wunderbar und bleibt unvergessen!
Das letzte Mal, als ich ihn erleben durfte, war am 7.3.17 in der Johannstadthalle zu seinem Film "Ich schaue dich an". Es war in vielerlei Hinsicht ein bewegender Abend. Vor kurzem habe ich einige DVDs von ihm erstanden und mit meinem Mann einen zweistündigen Olaf Böhme - Abend genießen können. Schöner als jedes Fernsehprogramm 😉
Er wird immer in unseren Herzen bleiben!
Karolin Lode schrieb am 20. März 2021
Lieber Olaf, ich vermisse dich sehr.
So viele schöne Momente, die ich in den frühen Jahren im TJG erleben durfte, Tränen gelacht und den Ernst dabei erkannt.
In den letzten Jahren beim gemeinsamen Mittagessen in der Kantine der Uniklinik, mit tiefgründigen und persönlichen Gesprächen. Ich denke oft daran.
Eines Sommertages gingen wir noch ein paar Schritte gemeinsam, du mit Strohhut und weißem Hemd, doch irgendwie mit Zuversicht. Ich weiß nicht wann wir uns das letzte Mal gesehen haben.... alles ging so schnell, auf einmal und ich konnte mich nicht verabschieden.
Sei umarmt, wo immer du bist.
Karolin
Elfi Ullmann schrieb am 20. März 2021
Wir sind unendlich traurig, dass Olaf Böhme so schnell verstorben ist.
Er hat uns so viele schöne Stunden bereitet, wir haben uns krumm und schief gelacht, leider gibt es das heute nicht mehr.
Schade, schade aber es gibt ja Gott sei Dank Videos!
Vor allem wir Sachsen haben ihn so gern gehabt und seinen speziellen Humor verstanden!!!
Uwe und Cornelia Giesmann schrieb am 19. März 2021
Olaf Böhme, wenn er im Programm war, egal ob in der Komödie oder in Hoppes Hoftheater mussten wir hin.
Was haben wir gelacht und uns den Bauch gehalten.
Wenn er seinen Schlips auf halb acht stellte ging es los mit der Steuererklärung und de Mutti als außergewöhnliche Belastung angekreuzt wurde. Er fehlt einfach! Wir werden ihn als einen der besten Comedien den unser Dresden aufweisen konnte in Erinnerung behalten.
Rolf Bührend schrieb am 19. März 2021
In meinen Lebenserinnerungen fand ich diese Sequenz und freute mich, wenn noch einige Menschen diese Vorstellung im Theater 50 in ihrem Gedächtnis tragen:

Do. 11. Feb. 1993: Theater 50 mit Olaf Böhme: “Schloß im Wörtersee”

Ich hatte mich damals richtig reingehängt in das Programm des kleinen Theaters 50 in der Malter-, Ecke Clara- Zetkinstraße. Keine neue Vorstellung ließ ich aus. Diese kleine Bühne war fast das Einmann- Unternehmen des Kabarettisten Olaf Böhme, dem ich damals große Bewunderung zollte. Die Spielstätte war im Erdgeschoss des Eckhauses untergebracht. Von der Straße führten einige Stufen zur Eingangstür, durch die man in den Vorraum gelangte. Ehemals war es vielleicht ein Straßencafé gewesen oder eine Eckkneipe, wie sie in vielen solchen Dresdener Quartiervierteln noch heute zu sehen sind.

Ein paar Stühle standen hier, ein oder zwei runde Tischchen. Mit schlichten Mitteln ist renoviert worden. Man konstatiert: Hier kämpft sich ein Schauspieler von ganz unten in die Selbständigkeit. Durch eine Durchreiche ist Herr Böhme zu sehen. Er streicht die bestellten Karten auf der handgeschriebenen Liste ab, fragt nach der Weinsorte, füllt den Wartenden Gläser ein und reicht kleine Schnittchen, kassiert. Wir sind zeitig da, sehen wie sich der kleine Raum füllt. Die Garderobe ist im winzigen engen Gang hinter der kleinen Küche, in der Böhme noch hantiert. Eine Viertelstunde vor Beginn der Vorstellung drängt sich alles an der kleinen Tür, hinter der es noch dunkel ist. Schnell den Wein ausgetrunken und hinzugedrängt. Der „Theatersaal“ ist ein größeres Zimmer von vielleicht 40 m². Hinten sind ein paar hölzerne Podeste ansteigend eingebaut. Die Sitze sind denkbar spartanisch. Vorn sind es noch einfache Stapelstühle, dann sitzt man auf den Podeststufen, die mit dünnen Kissen gepolstert sind. Über uns, schon professioneller, mehrere Reihen Scheinwerfer, Kabel, Elektrik.
Immer dichter schieben sich die meist jugendlichen Zuschauer zusammen. Bald scheint kein Platz mehr frei, da drängen noch einige Spätkommer herein, recken suchend die Köpfe. Irgendwo rückt man zusammen, schafft noch etwas Freiraum, eine Welle geht durch die betroffene Reihe. Jeder gibt noch zwei Zentimeter nach. Dann geht in dem schwarz verhangenen Raum das Licht aus. Noch murmelt, hustet und knistert es, dann erstirbt jeder Ton. Ein Tonband plärrt eine Eingangsmelodie. Ein Spotlicht geht an. Olaf Böhme steht vorn, der vielseitige Mann hinter der Durchreiche. Er braucht kein Mikrofon. In der Hand hält er einen Plastebeutel.

„Ein Schloß im Wörtersee“. Man muss diesen Titel wört –lich nehmen, ohne h. Auf dem Fußboden des Spielzimmers liegt, so dass man bei der Platzsuche hindurchwaten muss, eine Flut von beschriebenem Knüllpapier, mit Wörtern eben, ein Wörtersee. Nun beginnt eine eineinhalbstündige Solodarstellung eines Sachsen, dessen Bonmots nur ein Sachse so richtig auskosten und wirklich genießen kann. Böhme führt in seinem Schlossrundgang den Besucher durch zeitgemäße Befindlichkeiten, gebrochen an Medienklischees und der empfindlichen Seele eines Einheimischen mit der Paradefigur des „betrunkenen Sachsen“, die ihm später zu regionaler Prominenz verhalf. Ein Mann aus dem Volke hält dem Volk den Spiegel vor. Bestes Kabarett, so meinte nicht nur ich. Ich hatte Schmerzen im Zwerchfell, war Teil einer köstlich unterhaltenen Familie von Gleichgesinnten Angesprochenen. Die Steuererklärung, immer wieder die „Muddi“, die neue Einkaufswelt… Er stand nicht uns gegenüber, er stand unter uns. Ein Feuerwerk brannte da ab von herrlichen Kalauern, Parodien und Imitationen auf den armen Turnbeutel, der sich mit seiner Frau, dem Haushalt, dem Finanzamt, der neuen westlichen Bürokratie und seiner arbeitslosen Männlichkeit herumschlägt. Wie er da schwankend, mit schwerer Zunge lallend, mit dem Plastikbeutel in der Hand sein überfordertes Ich verteidigt, das gehört zum Besten des sächsischen Kabaretts.

Ein ähnliches Gefühl dieses intimen Zimmertheaters empfand ich nur noch in den Begegnungen mit dem ebenfalls unvergesslichen Rolf Hoppe auf Schloss Weesenstein.
Rolf Bührend, 81 Jahre
anonym schrieb am 18. März 2021
Ich kannte Olaf Böhme nur dem Namen nach.
In meiner Arbeit, deshalb muss ich anonym bleiben, hatte ich mit einer betagten Bürgerin zu tun, die in seinem Haus wohnte.
Weil sie sehr besonders war, weigerte sie sich, Miete zu bezahlen. Und was machte Olaf Böhme? Nichts! Er ließ die Dame kostenlos wohnen.

Das hat mich nicht nur gewundert, sondern ich habe seitdem ihn bewundert!
Schade, dass gute Menschen so zeitig sterben.
Dr. Joachim Oelschlegel schrieb am 18. März 2021
An der TU Dresden waren wir Kollegen und spielten einmal wöchentlich zum Feierabend Volleyball. Er war mit Leib und Selle bei der Sache.
Seine Grimassen bei Erfolg und Misserfolg waren herzerfrischend.

Die Wende führte viele Jahre nur zu Zufallstreffen. Kam ich in seine Vorstellung, hat er mich immer mit irgendwelchen Sprüchen vor dem Publikum begrüßt; war mir deshalb peinlich.
Ab 2009 hatten wir dann ab und zu Mailverkehr.
Anbei eine Mail die ich ihm schrieb (12.10.2014):

Lieber Olaf,
anbei zwei Bilder, die nur dokumentarischen Wert haben, da ich im Moment keine Kamera habe und deshalb mit dem iPhone stümpern muss.
Im übrigen hat mir ein Satz von Dir bei Frau Nütt sehr gut gefallen; sinngemäß "wir sehen und empfinden im Bild das, was im Unterbewußtsein (als Wunsch oder Sehnsucht ) verschüttet ist".
Wunsch und Sehnsucht habe ich frei erfunden.

Gruß Joachim
Uwe Skoupy schrieb am 18. März 2021
Ich habe Olaf Böhme zwei Mal persönlich erleben dürfen. Einmal auf dem Weihnachtsmarkt in Alt-Kötzschenbroda. Er hatte dort einen kleinen Stand und verkaufte seine Bücher, DVD`s und CD`s.
Das andere Mal war ein Auftritt von ihm anlässlich des Frühschoppens beim Wiesenfest in Polenz. Beide Male habe ich Olaf Böhme als sehr angenehmen und völlig unprätentiösen Gesprächspartner erlebt.

Sein "Betrunkener Sachse" ließ das kleine Festzelt beben. Er spielte ihn genau so, wie er es bei zahllosen Aufführungen vor "großem Publikum" auch tat. Ich schätze heute noch sein Engagement für seine damalige Heimatgemeinde und natürlich für "sein" Dresden.
Ram und Andy schrieb am 18. März 2021
Olaf, genial und unvergessen!!! Schmerzen in der Bauchregion, wegen der Lachkrämpfe, inbegriffen.

Wir hatten uns in der Zeit geirrt und waren damals, noch in seinem Studio auf der Maltestr, eine Stunde zu früh da. Riesige Rauchwolken kamen uns entgegen. Olaf raste hin und her und her und hin. Olafe wollte feuern, was offensichtlich nicht gelungen war. Wir halfen den Ofen in Gang und den Qualm aus den Räumen zu bekommen. Ist uns gelungen. Olaf sagte, danke und gudd das die muddi nicht da ist, der Roman wäre lang geworden.... Wir lagen fast auf dem Fußboden vor lachen.

Später waren wir sozusagen Dauergäste. Jedes seiner Programme wurde mind. 1x genossen. Dann wurden Gäste mitgeschleppt. Meist waren die dann fix und fertig weil: Bauch tat weh und von Lachtränen gerötete Augen. Vor allem absolut unvergessen die Veranstaltungen in Moritzburg, "August der Schwache", mit Alf, Peter und Rainer. Genial!!! Die Erinnerung bleibt zum Glück erhalten.

Lass Dir`s gut geh´n da oben. In unserem Herzen, in den Gedanken und auch im Bücherschrank bist Du immer zugegen.
Simone und Volker Herzog schrieb am 18. März 2021
Vielen lieben Dank Herr Kaufmann für die geschaffene Möglichkeit uns an Olaf Böhme erinnern zu dürfen.

Wir denken ganz oft an Olaf Böhme. Er hat uns ganz viele Jahre in unserem Leben begleitet. Ob es Veranstaltungen im Theater 50, auf der Privatbühne bebe, im Kulturpalast Dresden und unsere letzte Veranstaltung mit ihm in der Kuppelhalle Tharandt waren.

Eines vergessen wir allerdings nie. Als wir zu einer Veranstaltung im "bebe" waren, stand Olaf Böhme am Ausgang mit einer Schale aus der sich jeder Besucher eine blaue Glasmurmel mitnehmen durfte. Diese beiden Murmeln liegen seit über 20 Jahre bei uns in der Küche in einem Regal und werden gehütet wie ein Schatz.
Wir vermissen ihn sehr und werden ihn nie vergessen.
Jörg Klotzky schrieb am 18. März 2021
Olaf Böhme zählt für mich immer noch, als einer der Besten sächsischen Humoristen und genialen Geschichten-Erzähler.

Seine Lesung aus dem Telefonbuch, erlebte ich Live im Jahr 2000 in der KOMÖDIE Dresden, für mich ein bleibendes Denkmal für seinen hervorragenden Humor.
Wir werden Ihn nie vergessen!
Angelika Grießing schrieb am 18. März 2021
Nach einer Aufführung hier in Freital kaufte ich 2 Bücher der Pichmann-Gedichte bei ihm am Ausgang. Eins für uns und eins zum Verschenken an eine gute Freundin, die die Gedichte ebenso schätzt.
Sein Kommentar dazu: "Freilich das Buch ist ziemlich dünn, da liest man gern das nächste!" Sein oft so trockener wie herziger Humor fehlt uns allen, zumal in dieser z.Zt. wenig humorvollen Zeit.
Martin schrieb am 18. März 2021
Hallo,
ich bin ebenfalls großer Fan!
Es war in Freital-Wurgwitz beim Scheunenverein zum Weihnachtsmarkt (ich glaube es war zu einem Zeitpunkt als Olaf schon nicht mehr auf der Bühne stand).

Ich stand an der Bratwurstbude und vor mir ein Mann mit Mütze, welcher sich ebenfalls ne Wurst gegönnt hatte.
Als ich meine Bestellung aufgab und der vor mir stehende Herr gerade Senf o. Ketchup aus der hängenden Zapfanlage in sein Brötchen spritzte, kam, ohne ihm in Gesicht zuschauen ein Spruch... : "naor, hadd de Muddi wieder Knast..."?
Es schlug ein wie ein Blitz und ich wusste genau wer das eben sagte.

Kurzes Zuzwinkern seinerseits, frohe Weihnachten und schon war er in der Menge des Marktes verschwunden.

Cooler Typ - Schade dass er nicht mehr da ist!
De Kleene schrieb am 17. März 2021
Vielen Dank Thomas für die wunderbare Möglichkeit der Erinnerung an Olaf.

Ich hatte das große Glück, Olaf bereits in der 4. Klasse in der Schule kennen zu lernen.
Er war schon damals anders als seine Klassenkameraden, was mich sehr beindruckte.
Olaf interessierte sich für Natur, Literatur und das Theater. Wir fuhren mit der Straßenbahn zum Theater der Jungen Generation, gingen an der Elbe spazieren... und an die Nachhilfe in Mathe erinnere ich mich gern.
Aber dass Olaf auf einer Bühne im Rampenlicht stehen würde, hätte keiner gedacht.
Unsere Lebenswege gingen später auseinander, doch so ganz verloren wir uns nie aus den Augen.
Es blieb immer eine Vertrautheit, eine besondere Beziehung, obwohl wir uns nicht so oft sehen konnten.
Unsere Geschichte hat Olaf auch ein wenig für den "Mitternachtssachsen" inspiriert.
Auch als Olaf ein großer Kabarettist und Künstler war, blieb er ein bescheidener und bodenständiger Mensch. Er beobachtete scharfsinnig die Dinge des Lebens und konnte dies genial in seinen Werken umsetzten.
Er war verletzlich, nicht immer einfach aber immer ehrlich!
Olaf bleibt uns mit seinen Werken und mit seinem unverwechselbaren Lächeln erhalten!
Du fehlst uns.....!
Olaf Böhme schrieb am 17. März 2021
Ich kann mich an einen Auftritt auf der Festung Königstein erinnern. Danach kamen wir ins Gespräch und er fand es lustig, einen seiner Namensvettern aus Dresden zu treffen.
Spontan kalauerte er "Ach Du bist das, der immer meine Tantiemen kassiert!" und gab mir ein Autogramm in meinem alten DDR-Personalausweis.

Auch der Bestellung einer DVD über seine Webseite lag ein Gruß bei und kurz darauf klingelte bei mir das Telefon. Wir unterhielten uns von Olaf zu Olaf und sprachen uns gegenseitig Mut zu.
Manchmal nehme ich mir Pichmanns Gedichte zur Hand, blättere darin und muss unwillkürlich lachen.

Ich denke, es würde ihn freuen, dass noch so viele Menschen an ihn denken. Manche Sketche kann ich aus dem Gedächtnis nacherzählen. "Die Steuererklärung" ... "ich habe verbal geantwortet: Die Abrechnung meiner Öltankerflotte liegt zur Zeit noch nicht vor!"
Wo ist eigentlich der Paul?
Alexander Munzig schrieb am 16. März 2021
Lieber Herr Böhme,

vor ein paar Tagen, noch bevor diese Website online ging, erfuhr ich von Ihrer guten Freundin Sylvia Raute darüber. Das Projekt hat mich sehr gefreut und „es wärmt das Herz.“

So ähnlich Begann Ihr erster Brief an mich im August 2017. In jenem Sommer fand ich den Mut, Ihnen einfach einmal zu schreiben, das war am 25. Juli. Gut, die Zeilen tippte ich am PC, aber der Gedanke eines Briefes beschäftigte mich immer wieder, eigentlich schon, seit ich Sie am 29. Mai 2016 bei einem Ihrer letzten Auftritte im Boulevardtheater Dresden sah. Es war ein heißer Mai-Tag in und am Ende der Veranstaltung habe ich Ihr Buch „Das Helle und das Dunkle“ gekauft und sprach kurz mit Ihnen. Ich sagte etwas wie: „Ich kenne Sie schon von früheren Aufführungen, dann hatte ich Sie aus den Augen verloren und jetzt habe ich Sie zum Glück wiedergefunden.“ In Ihren Augen sah ich die Freude darüber, aber auch schon einen Hinweis, welcher Kampf in Ihrem Körper stattfand.

Aber zurück zu dem Brief: nach nur wenigen Tagen erhielt ich eine Antwort von Ihnen …witziger weiße auch von Ihnen am PC getippt. Und was wurde daraus? Eine Art moderne Brieffreundschaft zweier eigentlich fremder Menschen. Ich schrieb Ihnen zu Weihnachten im selben Jahr, Sie antworteten, diesmal sogar mit einer weihnachtlichen Zeichnung unter den Zeilen. Wenn ich irgendwo im Urlaub war und ein skurril-künstlerische Postkarte fand, schrieb ich Ihnen von dort und meist kam nach nur wenigen Tagen eine kleine Rückmeldung per E-Mail. Ich wusste um Ihren Gesundheitszustand, Sie schätzten Ihre Situation immer realistisch ein, aber verloren nie den Mut bzw. hatten immer aufmunternde Worte auch für mich und meine Lieben.

Es waren nie lange Textblöcke, sondern kleine „Na, wie geht es Ihnen?“-Grüße über den (virtuellen) Gartenzaun, über die ich mich immer wieder aufs Neue freute. Im Dezember 2018 schrieb ich Ihnen aus Ihrer Heimatstadt Dresden die letzte Karte, Weihnachtspost. Ich habe die Karte zum Glück vor dem Einwerfen in den Kasten fotografiert, ohne zu wissen, was im März 2019 passieren würde. Dann kahm der Jahreswechsel und in den ersten Januar-Tagen ihre gewohnte kleine E-Mail als Antwort auf die Weihnachtskarte. Sie baten mich, Ihnen ein Foto von mir per E-Mail zukommen zu lassen, da Sie das Gefühl hatten, Sie wüssten, wer ich wäre, aber dann waren Sie sich wieder nicht so sicher. Ich schickte Ihnen das Foto und am 15. Januar 2019 erhielt ich: „Herzlichen Dank - jetzt kann ich mir ‚ein Bild machen‘.“ Ich spürte richtig, dass in diesen wenigen Worten viel Friede und innere Ruhe Ihrerseits lag. Vorahnungen? Wer weiß… Es waren jedenfalls Ihre letzten Worte an mich, von meinem Vater erfuhr ich an einem Wochenende im März 2019 dass die Krankheit in Ihrem Körper leider gesiegt hatte.

Noch immer kann ich es nicht fassen, dass es schon zwei Jahre her ist, dass Sie die Welten gewechselt haben, noch immer begleitet mich in meinem Portmonee Ihr Sticker „Ich bin Sachse!“, den Sie mir am 29. Mai in Dresden nach der Aufführung gaben. Ich bin übrigens auch Sachse, gebürtiger Görlitzer.

Herr Böhme, Sie fehlen… sehr. Ich denke oft an Sie und bin Ihnen immer wieder dankbar, so auch an dieser Stelle: für die vielen heiteren, tiefgründigen und kräftigen Momente auf der Bühne, aber vor allem für die kleine Brieffreundschaft zwischen 2017 und 2019, die „einfach so“, ein bisschen wie von Zauberhand, entstand. Zum Abschluss, ein paar Ihrer Worte aus einem Brief an Sie gerichtet, in Verbindung mit einem knallig-bunten Regenbogen, der am 14. März dieses Jahres, einem Sonntag, über meinem Haus stand und mich an Sie denken lies:

„Alles, alles Gute für Sie, viel Licht.“

Herzlich

Alexander Munzig
Sylvia Raute schrieb am 16. März 2021
Zu allererst möchte ich dir Thomas von Herzen dafür danken, dass du diese Seite geschaffen hast und damit seinen Fans und Freunden ein so liebevolles Geschenk der Erinnerung und Wertschätzung Olafs machst.🙏

Ich hab seine Webseite bis zu deren Schließung betreut und hatte einige schöne Konversationen mit Menschen, die in Erinnerung an ihn DVDs und Bücher bestellten und mir dann Episoden erzählten, die sie mit ihm erlebt haben. Das war teils so berührend und jetzt gibt es HIER die Möglichkeit, solche Geschichten mit Anderen zu teilen. Wie schön.

Ich kannte Olaf seit 21 Jahren und durfte ihn meinen besten Freund nennen. Dafür bin ich unheimlich dankbar, denn er war, wie du in deiner Einleitung schreibst, so Vieles... und vor allem MENSCH! Ihn als diesen kennengelernt zu haben, erfüllt mich mit großer Dankbarkeit und Demut.
Uns begegnen in unserem Leben so viele Menschen und jeder von ihnen hinterlässt Spuren in uns! Doch nur sehr wenige von denen prägen uns und gehen in die Tiefe, sind uns Spiegel und zeigen uns auf, wo wir Licht und Schatten gleichsam anerkennen und in uns integrieren dürfen. Olaf tat das immer und manchmal mit Nachdruck, was sich auch mal schmerzlich anfühlen konnte. Aber er tat es mit Herz und Seele und hat den Finger in Wunden gelegt, von denen man bis dahin manchmal gar nicht wusste, dass sie da sind oder sie "erfolgreich" verdrängt hatte.

Ich erinnere da zum Beispiel an "Das Ende der Lieblichkeit", ein Programm, wo Urängste angetriggert wurden und mancher aus dem Programm ging, nachdenklich, fragend oder auch enttäuscht – die Leichtigkeit seiner sonstigen Programme vermissend.
So hat Jeder von uns seine wertvollen Erinnerungen und ich wünsche mir, dass wir uns in Freude und Dankbarkeit erinnern. Ich tue es und verneige mich vor seiner Genialität, das Leben in Worte zu fassen, das Verrückte zu überspitzen und das Beziehungsmiteinander in Ironie und Tiefgang in vielen Programmen und Texten dem Publikum zugänglich gemacht zu haben.

Wir werden dich nie vergessen lieber Olaf!!
Yvonne L. schrieb am 16. März 2021
Olaf Böhme war für mich ein genialer und tiefsinniger Künstler. Er hatte es einfach raus mit seinem sächsischen Charme und Dialekt, seinem besonderen und sarkastischem Humor, sein Publikum zu begeistern und mitzureißen.
Man spürte einfach in jeder Zeile seiner Stücke, dass sich dahinter auch eine versteckte tiefgründige Botschaft an die Menschen verbirgt.

Er war der Mann von nebenan... der Kumpel, Bruder, Vater oder Nachbar und Kollege. Eben einer von uns. Er war immer nah am Publikum und nah an den Menschen mit Witz und Spontanität.
Er griff Themen auf die jeden Menschen irgendwie betreffen. Das machte ihn sympathisch und nahbar.
Dennoch schien er auch eine gewisse Traurigkeit und Resignation auszustrahlen, die einem nachdenken ließ und bewegte.

Ein großer Verlust der sächsischen Bühne! Er wird mir sehr fehlen!